Wertebasierend kommunizieren … mit dem Eisbergmodell

von | Bewusste Kommunikation, Führungskompetenz, Gutes Miteinander, Kommunikationsrezept

hääääh? Was hat ein Eisberg mit Kommunikation zu tun?

Um Kommunkationsabläufe besser verstehen zu können, helfen Bilder. Zum Beispiel das Eisbergmodell von Paul Watzlawick.
Es verdeutlicht das Zusammenspiel und die Wertigkeit von nonverbalen versus verbaler Kommunikation.

Die Spitze des Eisbergs symbolisiert die Sachebene. Hier geht’s rein um die Inhalte, also um Zahlen, Daten und Fakten.
Sie machen zwischen ca. 10% und 30% der Botschaft aus. Hierbei geht es darum:

  • Was genau wird gesagt?
  • Worum geht es?
  • Was will jemand von mir?

Die anderen 70% bis 90% einer Botschaft haben nichts mit der Sachebene zu tun.
Hierbei handelt es sich um die Beziehungsebene. Darin sind unsere Werte, Gefühle und Meinungen verborgen. Wie bei einem Eisberg sind sie auf den ersten Blick nicht sichtbar, sondern liegen „unter Wasser“.

Die Beziehungsebene hat deshalb einen so großen Anteil an unserer Kommunikation, weil sie unser Verhalten, unsere Wahrnehmung und unsere Reaktionen steuert. Wie in diesem Beispiel: 

  • Nimmst du eine verzweifelte Kollegin als unhöflich war, wirst du anders reagieren, als wenn du ihre Verzweiflung bemerkst oder sie dir das sagt
  • Hast du Vertrauen zu einer Person, erfüllst du deren Bitte eher oder lieber als bei jemandem, den du nicht magst oder wertschätzt

Ist die Beziehungsebene untereinander gestört, nehme ich Botschaften eingeschränkt, mit Tunnelblick, war. Ich interpretiere eher negativ.

Der Kommunikations-Wissenschaftler Albert Mehrabian hat hierzu Studien durchgeführt seine 55 – 38 – 7 Regel aufgestellt. Sie besagt, dass:

  • Botschaften zu 55% über die Beziehungsebene,
  • zu 38% durch Stimme und Tonlage,
  • sowie zu 7% über den Inhalt aufgenommen werden.

Kannst du das nachvollziehen?

Unsere verbale und nonverbale Kommunikation muss stimmig sein. Dazu gehört Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und Stärke.

Für Führungskräfte ist das besonders wichtig. Du solltest da ja ein Vorbild sein.

Bist du als Vorgesetzte/r unsicher und versuchst, dies durch Druck zu überspielen, sendest du widersprüchliche Signale. Dein Gegenüber nimmt das wahr und widersetzt sich womöglich nur deshalb deinen Anordnungen.

Sprich über deine Gefühle, Werte und Meinungen. Frage was den anderen wichtig ist. Versuche Schnittstellen zu finden und diese zu nutzen.

So stellst du den Eisberg auf den Kopf und machst die Beziehungsebene sichtbar. 

Mein Tipp:

Erlaube dir, auch als Führungskraft oder verantwortliche Person Schwächen zu haben. Es ist kein Meister vom Himmel gefallen und wir alle machen Fehler. Die sind wichtig und gehören dazu.

Mach dir klar:
WIE du etwas sagst ist wichtiger ist als WAS du sagst. Deine verbale und nonverbale Kommunikation muss stimmig sein. Dazu gehört Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, und das du dir Schwächen erlaubst. Das macht dich sympathisch und auf Dauer stärker. Es hilft dir außerdem, Schwächen von anderen besser zu akzeptieren. 

Auch der richtige Zeitpunkt und Ort spielen bei Gesprächen und Austausch eine große Rolle. Jemandem zwischen Tür und Angel eine Info „aufzudrücken“ ist nicht gut. Es wird als mangelnde Wertschätzung empfunden und die Botschaft kommt nicht an.

Ist etwas neu für dich, hat du etwas nicht verstanden? Hole dir Hilfe und Unterstützung. Das geht auch als Führungskraft. Bist du ehrlich und zeigst eine Schwäche, ist das menschlich und weckt Vertrauen. Auf Dauer wirst du stärker.

Das kann zum Beispiel so aussehen:

Du bist neu in deiner Funktion oder hast eine schwierige Aufgabe vor dir?
Sage dir selbst und anderen: „Das hier mache ich zum ersten Mal. Ich brauche eure Erfahrung und euer Wissen. Helft mir bitte”. Dann stellst du deine Frage. Im Anschluss:

  • höre dir alle Vorschläge, Einwände, Bedenken und Fragen an
  • frage nach Hintergründen
  • hole dir so viele Informationen wie möglich und sammle einfach
  • nehme dir Zeit für deine Entscheidung und nutze die neuen Erkenntnisse als Wissensgrundlage. So  beziehst du die anderen ein
  • treffe die Entscheidung, die DIR am besten erscheint
  • informiere die Beteiligten, sag warum du dich so entschieden hast und stehe zu deiner Entscheidung
  • bedanke dich für Ihre Hilfe

Durch deine Bitte um Hilfe bist du authentisch und ehrlich. Die anderen wissen wahrscheinlich, dass du dies hier erstmalig machst. Hol sie aus der Beobachter-Rolle heraus und binde sie mit ein. Du musst nicht alles umsetzen was sie sagen. Dadurch, dass du die Entscheidung triffst zeigst du Stärke.

Bittet uns jemand um Hilfe tun wir das normalerweise gern. Oft fühlen wir uns geschmeichelt. Zum Beispiel wenn wir unsere Fachexpertise geben sollen. Hilfe anbieten, geben oder nehmen baut Vertrauen auf und lässt Sympathien wachsen. Nutze das und probier es aus.

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