3 Schritte bis zum (Kommunikations-)Ziel

von | Aktiv Zuhören, Bewusste Kommunikation, Führungskompetenz, Konflikte managen

Kennst du das?
Es gibt Unstimmigkeiten, und irgendwann rennst du gefühlt immer nur noch vor die Wand.

Und hast du auch schon mal erlebt, wie dir ein oder zwei gute Gespräche geholfen haben, aus der Nummer wieder rauszukommen?

Denkst du dann: Glück gehabt? Oder weißt du, warum und wie du dein Ziel erreicht hast?

Es kommt auf jeden Fall drauf an, wie klar du dein Ziel vor Augen hast.
Und auf deine Motivation.

Bis wir wirklich unsere Ziele klar haben und darauf hinarbeiten, dauert es manchmal. Du brauchst immer wieder Anstupser. Das kann Ärger sein, aber auch ein plötzlicher Zeitdruck und die Notwendigkeit, zu handeln.


So wie bei Katja* aus meinen Seminar: Motivierend führen mit R.E.Z.E.P.T:

* Name geändert

Katja ist Leitende Technische Assistentin und relativ neu in ihrer Position.

Sie erzählte von einer Kollegin, die einen Tag pro Woche arbeitet, zum Jahresende gekündigt hat, und noch Urlaub bekommt.
Es wurde vereinbart, dass ein Teil des Urlaubs ausbezahlt wird, damit das Team nicht zu arg belastet wird. Erst hatte die Kollegin zugestimmt, wollte dann aber ihren gesamten Jahresurlaub als Freizeit haben.

Das hätte alle in arge Bedrängnis gebracht. Die Personaldecke ist zu dünn besetzt. Ich sag nur: Fachkräftemangel. 🫣

Die Kollegin war kompromisslos, und es gab bereits Gespräche mit anderen Instanzen. Auch wurde in Erwägung gezogen, Anwälte und Betriebsrat einzuschalten.

Wir haben dann in der Gruppe darüber gesprochen und ich habe Katja geraten, ihr Ziel zu definieren, und sich auf mehr als auf ein Gespräch einzustellen. Die Haltung zu haben, es ist ein Prozess. Das hilft dir, entspannter an die Sache ranzugehen.

Es war klar, mit Druck kommst du nicht weiter. Hätte man die Kollegin gezwungen, den Urlaub ausbezahlen zu lassen, würde sie vielleicht am Tag ihres Dienstes krank sein.

Es ist immer besser, eine gegenseitige Einigung zu erzielen.


Katja hat ein zweites Gespräch geführt:

Zuerst hat sie ihre eigenen Gefühle ins Spiel gebracht. Und damit schon die erste Überraschung erlebt. Die Kollegin hat positiv reagiert, nicht gleich abgeblockt und zugehört. Das Gespräch ist angenehmer gelaufen als gedacht.

Die Kuh war aber noch nicht vom Eis.🤔

Ich habe Katja geraten, dranzubleiben. Mach dir klar, es ist normal, wenn du mehrere Gespräche bis zur Lösung brauchst. Gebt euch Zeit. Das ist für beide Seiten entspannter.

Wir haben auch noch einen Perspektivenwechsel gemacht. Versucht zu verstehen, was die Kollegin antreibt. Katja wusste es nicht. So wurde das Ziel klar: beim nächsten Gespräch herausfinden, was die Kollegin braucht und ob gemeinsam eine Lösung gefunden werden kann.

Das dritte Gespräch hat Katja in der letzten Woche geführt. Das Ergebnis:

  • Die Kollegin hat verstanden, warum sie nicht alle gewünschten Tage als Urlaub bekommt
  • Katja konnte sich, ohne weiter intervenieren zu müssen, mit der Kollegin einigen.
  • Sie sind aufeinander zugegangen und haben eine Lösung gefunden. Das ist WIN-WIN!

Warum war Katja erfolgreich?

Sie hat nach unserem Gespräch ihr Ziel nochmal neu überdacht und Zwischenschritte eingeplant. Sie hat sich der Kollegin gegenüber geöffnet und Interesse gezeigt. Das hat dazu geführt, dass die Kollegin zugehört hat, als Katja die eigenen Bedürfnisse erklärte.

Die bereits leicht verhärteten Fronten wurden dadurch aufgeweicht. Ein Dialog konnte stattfinden und so haben die beiden gemeinsam eine Lösung gefunden. In nur einem weiteren Gespräch.

Genial, oder? Und so gehts! ➔

Die 3 Schritte zum (Kommunikations-)Ziel:

1. Kenne dein Ziel.
Das ist absolut nicht selbstverständlich. Im Gegenteil. Meistens ist uns selbst gar nicht oder nur teilweise klar, was wir wollen. Das merkst du daran, wenn du formulieren sollst, was du willst und dabei eher “gestammelte Werke” rauskommen. Eine wunderbare Überleitung zu Punkt 2.

2. Formuliere dein Ziel.
Und zwar so genau, dass du selbst erkennst, was du möchtest oder wo du hin willst. Du musst wissen, was du willst und davon überzeugt sein. So gibst du deinem Gegenüber erstmal die Chance, dich zu verstehen.

3. Erkläre dein Ziel und verstehe dein Gegenüber.
Wenn du dein eigenes Ziel kennst, kannst du es gut rüberbringen, sodass auch dein Gegenüber versteht, worum es dir geht – gleichzeitig wird es dir auch leichter fallen, das Ziel deines Gegenübers zu erfragen und nachzuvollziehen. Damit schaffst du eine Situation, in der ein Kompromiss gefunden werden kann.

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